von Andreas Conrad
Das Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurbereinigung (LELF) hat am 03.12.2025 in Abstimmung mit dem Landwirtschaftsministerium das Flurbereinigungsverfahren Steinitz angeordnet. Neben der Neuordnung der Eigentums- und Rechtsverhältnisse auf der Grundlage des Abschlussbetriebsplanes zum Tagebau „Welzow-Süd“ leistet die Flurbereinigung einen Beitrag zur Behebung der agrarstrukturellen und landeskulturellen Defizite im Randbereich des ehemaligen Tagebaus.
Der jahrzehntelange Braunkohlenabbau hat das Gebiet stark verändert. Alte Eigentumsgrenzen und Strukturen stimmen nicht mehr mit der heutigen und zukünftigen Nutzung überein. Während die Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) bereits intensiv an der Rekultivierung des Areals arbeitet, sind die im Liegenschaftskataster eingetragenen Grundstücksgrenzen weiterhin auf dem Stand vor Beginn des Tagebaus.
Um eine geordnete Entwicklung des Gebietes zu ermöglichen, ist daher eine Neuordnung der Grundstücke notwendig. Ziel des Flurbereinigungsverfahrens ist es, die zukünftige Wegeführung, Gewässer, Nutzungsflächen sowie weitere zur Wiedernutzbarmachung vorgesehene Strukturen eindeutig und rechtssicher abzubilden. Zudem sollen spezielle Flächen – sogenannte Zweckgrundstücke – entsprechend ihrer späteren Aufgaben den jeweils geeigneten Trägern zugewiesen werden.
Der Antrag zur Durchführung einer vereinfachten Flurbereinigung wurde bereits am 15. Januar 2018 von der LEAG gestellt. Mit der nun erfolgten Anordnung beginnt der geordnete Prozess, der die Grundlage für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung des ehemaligen Tagebaugebietes schafft. Das Flurbereinigungsverfahren Steinitz ordnet sich damit ein in die landespolitischen Ziele zur Unterstützung der notwendigen Transformationsprozesse in der Lausitzregion nach Beendigung der Braunkohleförderung.
Die in Vorbereitung des Flurbereinigungsverfahrens im September 2025 durchgeführte Beteiligung der betroffenen Grundstückseigentümer, Nutzer, Kommunen und Planungsträger zeigte eine sehr positive Resonanz. Das große Interesse an der Aufklärungsveranstaltung, insbesondere die aktive Diskussion mit Hinweisen und Anregungen der Bürger ließen die große Erwartungshaltung und die Bereitschaft der Menschen vor Ort, im Rahmen des Verfahrens aktiv an der Zukunft ihrer Region mitgestalten zu können, deutlich erkennen.
Als nächster Verfahrensschritt ist im I. Quartal 2026 die Wahl des Vorstandes geplant.